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Holzwerkstoffe von A bis Z

Holzwerkstoffe

Holzwerkstoffe sind künstlich hergestellte Platten, die aus Bindemittel verleimten Holzspänen, -fasern oder -flocken bestehen. Die Beliebtheit der Holzwerkstoffe liegt an dem im Vergleich zu Massivholz niedrigeren Preis. durch die Verwendung von Restholz.

Holzwerkstoffe können aus verschiedenen Typen von zerkleinertem Holz bestehen, die sich im Wesentlichen durch ihre Größe unterscheiden. Die Eigenschaften der Holzwerkstoffe ändern sich stark mit der Größe und Form der Holzpartikel.

Massivholzplatten / Vollholzwerkstoffe

Vollholzelementen, wie Stäbchen oder Holzplatten und Bretter, lassen sich miteinander zu einer ganzheitlichen Platte verleimen. Massivholzplatten haben sich einen festen Platz erobert, da sie über die besten Eigenschaften verfügen. Sorgfältig sortierte Lamellen bieten die Garantie für rissarme Platten mit einem schönen, ausgeglichenen Holzbild. Umweltfreundliche Verleimung lässt dem Rohstoff Holz alle seine guten natürlichen Eigenschaften und macht es zusätzlich stabiler und beständiger.

Im Innenausbau und in der Möbelherstellung, besonders im hochwertigen Bereich, gewinnt der Einsatz von Massivholzplatten als Alternative zu anderen Holzwerkstoffen immer mehr an Bedeutung.

Mehrschichtplatten

Mehrschichtplatten bestehen aus drei oder fünf dünnen Brettlagen, die zu einer Platte verleimt sind. Am gebräuchlichsten ist die Dreischichtplatte. Die Mittellage ist oft etwas stärker als die Decklagen. Meist werden Nadelhölzer wie Fichte, Tanne, Kiefer, Douglasie oder Lärche verwendet. Zur Verleimung werden hauptsächlich Melamin-Harnstoff-Formaldehydharze verwendet.

Dreischichtplatten werden vor allem als aussteifende Beplankung von Dachkonstruktionen oder als Fassadenbekleidung verwendet. Die üblichen Plattenstärken sind 13, 15, 19 und 27 mm.

Holzspanwerkstoffe

Sie sind auch unter dem Begriff Spanplatten bekannt. Spanplatten gelten als die am meisten verwendeten Holzwerkstoffe und haben ihren festen Platz in verschiedenen Anwendungsbereichen der Bau- und Möbelbranche. Sie eignen sich gut für den Aussen- und Innenausbau.

Spanplatten / Beschichtet oder belegt?

Spanplatten gibt es Melaminharz beschichtet, das heisst auf einen rohen Spanplattenträger werden beidseitig je 1 Decorpapier und ein Overlaypapier von ca. 0,15mm aufgebracht. Diese Platten werden industriell im Werkproduziert. Diese Platten werden mehrheitlich für den normalen Einsatz ohne starke Beanspruchungen verwendet.

Eine Spanplatte belegt kann man Industriebelegt erwerben, oder der Schreiner belegt eine rohe Spanplatten beidseitig mit einem Kunstharz. (HPL: High Pressure Laminate) in seinem eigenen Betrieb. Die Schichtstärken von Kunstharzplatten liegen bei 1mm.

Für ein HPL (Kunstharz) werden mehrere Melaminharz getränkte Kraftpapiere und zuletzt das Decor- und das Overlaypapier mit Hochdruck industriell hergestellt. Belegte Spanplatten haben einen erhöhten Abriebwert und sind in verschiedenen Strukturen erhältlich. Sie halten auch hohen Temperaturen kurzzeitig stand. Die Oberfläche ist leicht zu pflegen und zu reinigen, hitze- und lichtbeständig sowie geruchsneutral und unempfindlich gegen organische Lösemittel sowie gegen die Einwirkung von Wasserdampf und Wasser.

Holzfaserplatten

Holzfaserplatten werden aus einzelnen Holzfasern hergestellt. Diese Fasern werden durch Kochen, Dämpfen und durch chemische oder mechanische Verfahren aus Abfällen der Holzverarbeitung oder aus Restholz gewonnen. Die Platten werden in Nass- oder Trockenverfahren hergestellt, wobei die Fasern meist durch Verfilzen oder durch im Holz enthaltene Bindemittel (Lignin) verbunden werden. Je nach Herstellungsverfahren und den zugefügten Bindemitteln ergeben sich eine Reihe verschiedener Plattenmaterialien. Holzfaserplatten eignen sich gut als Schall- und Wärmeisolation für Wände und Böden, oder zur Anfertigung von Türen, Verpackungen und Möbel.

Verbundwerkstoffe

Diese Art von Werkstoff ist eine Kombination aus zwei oder mehr verschiedenen Materialien. Verbundplatten sind Holzwerkstoffplatten, die aus mindestens drei Lagen bestehen. Die Mittellage kann aus Vollholz oder anderen Werkstoffen bestehen. Neben Holz können auch Kunststoffe oder verschiedene Holzfragmente als Hauptbestandteil verwendet werden.

Eine typische Verbundplatte im Möbelbau ist eine Trägerplatte aus einer Spanplatte oder Mitteldichten Faserplatte (MDF), diese wird beidseitig mit einem Kunstharz (HPL =High Pressure Laminates) mit je einer Dicke von etwa 1mm belegt.

Sperrholzplatten

Für Sperrholzplatten werden getrocknete Holzlagen kreuzweise übereinandergelegt und unter Wärmeeinwirkung verleimt und gepresst. Je nach Anforderung werden verschiedene Klebstoffe verwendet, um die einzelnen Holzschichten zu verbinden. Spezialpressen ermöglichen sogar die Herstellung beliebiger Formen.

Als Rohmaterialien lassen sich zahlreiche Holzarten verwenden. Entscheidend ist eine gute Schälbarkeit des Holzes. Zur Sperrholzherstellung eignen sich die heimischen Laubholzarten Buche, Birke und Pappel, sowie Ahorn, Eiche, Esche und Linde. Als Nadelhölzer werden vor allem Fichte und Kiefer eingesetzt. Bekannte und geeignete außereuropäische Holzarten sind Okoumé, Limba, Abachi und Fuma/Ceiba. Für Furniersperrholz werden Furniere mit einer Dicke zwischen 0,8 und 4 mm technisch getrocknet und zu den entsprechenden Sperrholzplatten verleimt.

Rein optisch ist Sperrholz unter den Holzwerkstoffen dem Vollholz am ähnlichsten. Seine lange industrielle Geschichte hat es zu einem ausgereiften Material werden lassen. Designer und Konstrukteure setzen häufig auf seine Verwendung. Insbesondere dort, wo trotz hoher Belastung dünne Querschnitte gefordert sind, wird Sperrholz eingesetzt. Sperrholz besitzt eine hohe Biege- und Zugfestigkeit. Im Außenbereich sowie Feuchträumen werden wasserfest verleimte Platten verwendet. Sperrholz ist in der Regel fester und formstabiler als die kostengünstige Spanplatte.

  • Innenausbau
  • Möbelbau
  • Fahrzeugbau
  • Schalungsbau
  • Modell- und Werkzeugbau

OSB-Platten

Der Name OSB steht für die Abkürzung für "oriented strand board". Sie werden auch Grobspanplatten genannt. OSB-Platten bestehen aus Holzsträngen, die unter hohem Druck und einer Temperatur von etwa 140 Grad Celsius miteinander verleimt werden. Die verwendeten Späne sind in der Regel Fichte, Kiefer oder Tanne, deren Länge etwa 10 bis 50 cm beträgt. Bei der Herstellung von OSB-Platten werden die Fäden in parallelen Schichten in bestimmten Winkeln angeordnet. Sie verfügen über eine höhere Biegefestigkeit und weisen einen hohen Wasserdampfdiffusionswiderstand auf. Die spezielle Struktur der Späne verleiht der OSB-Platte ein charakteristisches Aussehen, was sie auch für die sichtbare Verwendung als dekoratives Element nutzbar macht. OSB-Platten werden im Rohbau wie auch im Innenausbau verwendet. Aufgrund der ihrer optischen Eigenschaften werden sie oft auch im Möbelbau oder als Gebäudefassade verwendet.

  • Bauplatten im Rohbau
  • Wand- oder Dachbeplankung
  • Verlegeplatte (Nut- und Federprofil)
  • Sichtfußböden
  • Fassade
  • Möbelbau für Regale und Gestelle
  • Verpackungen (Kisten)
  • Schalung für Beton

Strangpressplatten

Sie besteht aus Holzspänen und einem Klebstoff. Im Gegensatz zu der Flachpressplatte liegen hier die Späne vorzugsweise rechtwinklig zur Plattenebene. Bei Strangpress-Röhrenplatten befinden sich bei der Herstellung mehrere Heizrohre längs der Pressrichtung im Presskanal. Durch den dadurch entstehenden Hohlraum werden diese Platten sehr leicht und finden eine gute Verwendung für Türblättern oder Wandelementen.

Fazit

Holzwerkstoffe ermöglichen eine breitere Einsatzmöglichkeit des Holzes. Darüber hinaus stellen Holzwerkstoffe eine gute Lösung für die Verwendung der Holzreste dar. Holzwerkstoffe können verschiedene Eigenschaften aufweisen und lassen sich für unzählige Zwecke verwenden.

Auch bei speziellen Ansprüchen finden wir die passende Lösung für Sie – wir beraten Sie gerne. Unsere Ansprechpartner zum Thema Holzwerkstoffe finden Sie HIER. 

Ihr Team der Brauchli AG Luzern